Bildungswissenschaftler/in im Bereich der Eltern-/Familienbildung

Entwicklung eines Lehrplanentwurfs nach dem 4C/ID-Modell

Situiertes Lernen

Situiertes Lernen ist ein konstruktivistisch orientierter Ansatz, bei dem das Haupt­augenmerk auf die Situation, in dem der Lernprozess stattfindet, ausgerichtet ist und das aktive Lösen komplexer Probleme im Mittelpunkt steht (de Witt & Czerwionka, 2007). Beide Ansätze sind in ihrer Ausrichtung auf Authentizität, Variabilität und Ganzheitlichkeit eng verwandt. Die Gestaltungsgrundsätze für Lernsituationen im situierten Lernen (vgl. de Witt & Czerwionka, 2007) entsprechen im Kern den Prinzipien des 4C/ID-Modells; lediglich der Aspekt des Lernens im sozialen Austausch ist stärker gewichtet. Allerdings weist die unter­stützende Information des kognitiven Feedbacks den lernfördernden Austausch mit Mitlernenden ausdrücklich aus, sodass ein entsprechender Lehrplanentwurf nach dem 4C/ID-Modell durchaus alle Grundsätze des situierten Lernens erfüllen kann. Der Ansatz des situierten Lernens gehört zum Instruktionsdesign der zwei­ten Generation, dessen Wegbereiter das 4C/ID-Modell war. Der Begriff wurde erst später geprägt, nimmt jedoch genau die Grundprinzipien des 4C/ID-Modells auf, sodass dieses durchaus als eine spezifische Variation des situierten Lernens be­zeichnet werden kann.

© 2012 Monika Köthnig | XHTML 1.0 Strict