Bildungswissenschaftler/in im Bereich der Eltern-/Familienbildung

Entwicklung eines Lehrplanentwurfs nach dem 4C/ID-Modell

Medien

Das 4C/ID-Modell selbst deckt nur die Analyse- und Designphase ab. Der Blue­print markiert bereits den Übergang zur anschließenden Entwicklungsphase (van Merriënboer et al., 2002). Die Faktoren außerhalb des Lernprozesses, die in dieser Phase bei der Wahl von Medien eine Rolle spielen, werden im 4C/ID-Mo­dell nicht berücksichtigt (van Merriënboer, 1997). Funktion und Gewich­tung der 4C/ID-Modell-Komponenten geben jedoch eine klare Rangordnung der Medien vor: Das Medium, das die Darstellung und Vermittlung der Lernaufgaben, dem Rückgrat des 4C/ID-Modells, übernimmt, wird als primäres Medium be­zeichnet; sekundäre Medien beziehen sich hauptsächlich auf die Vermittlung der unterstützenden und Just-in-time Informationen und das Üben von Teilaufgaben (van Merriënboer, 1997). Während Merriënboer für das primäre Medium die Wichtigkeit der Authentizität herausstellt und deshalb entweder eine reale oder eine nahe an der Realität orientierte, simulierte Lernumgebung empfiehlt, zeigt die Studie von Gulikers, Bastiaens & Martens (2004), dass der Mehrwert von authentischen Lernumgebungen, die mit Multimedia-Elementen die Realität nachzustellen versuchen, in Frage gestellt werden muss. Die Situiertheit der Lern­aufgaben ist entscheidend; dagegen spielt die Authentizität der Lernumgebung keine lernfördernde Rolle (Gulikers et al., 2004). Auf dieser Basis muss die Bedeutung der Klassifizierung von virtuellen Lernumgebungen in low, medi­um und high fidelity (vgl. van Merriënboer & Kirschner, 2009) für den Lernprozess differenziert betrachtet und bewertet werden.

Für den Blueprint soll die Situiertheit der Lernaufgaben einerseits mit Hilfe von Film- und Audiomaterial, die Vorstellung anregenden Beschreibungen innerhalb eines LMS und andererseits durch virtuelle Vorträge, Präsentationen und Interakti­onen gemäß den Ausführungen in Kap. 3.3 realisiert werden. Als sekundäre Medi­en werden steuerbare Videostreams, Hypertext-Dokumente und kollaborative Au­torenwerkzeuge für unterstützende Informationen sowie interaktive Web 2.0 Ele­mente für JIT Informationen in Erwägung gezogen.

© 2012 Monika Köthnig | XHTML 1.0 Strict