Bildungswissenschaftler/in im Bereich der Eltern-/Familienbildung

Entwicklung eines Lehrplanentwurfs nach dem 4C/ID-Modell

Entwurf eines Lehrplans anhand des 4C/ID-Modells

Das generelle Ziel eines jeden Instructional-Design-Prozesses ist die Konstruktion einer Lernumgebung, die den Lernenden dabei unterstützt, den gewünschten Lernprozess zu vollziehen (van Merriënboer, 1997). Instructional System Design (ISD) Modelle gliedern sich dabei in die fünf Entwicklungsphasen Analy­se, Design, Entwicklung (Development), Implementierung und Evaluation, die als ADDIE-Modell bezeichnet werden (Niegemann, 2008). ID-Modelle fokussieren in Abgrenzung dazu nur die beiden ersten Phasen Analyse und De­sign; dies gilt auch für das 4C/ID-Modell (van Merriënboer, 1997). Es sollte deshalb am besten zusammen mit einem ISD-Modell kombiniert werden, damit die im 4C/ID-Modell nicht enthaltenen Entwicklungsphasen und -kriterien be­rücksichtigt werden können (van Merriënboer, 1997; van Merriënboer & Kirschner, 2009).

Zur Analysephase des 4C/ID-Modells zählen die Zerlegung der ganzheitlichen Kompetenz in ihre konstituierenden Teile, die Identifizierung der temporären und konditionalen Abhängigkeiten der konstituierenden Teilfertigkeiten und ihre Un­terscheidung in wiederkehrend und nicht-wiederkehrend anhand der formulierten Leistungsziele (van Merriënboer, 1997) (siehe Kap. 2.1).

Das Hauptmerkmal der Designphase liegt im Fokus auf der "whole-task practice" (van Merriënboer, 1997). Dazu zählen die Festlegung und Sequentialisie­rung von Aufgabenklassen zur Organisation der Lernaufgaben (siehe Kap. 2.2) und der Entwurf von Lernaufgaben, unterstützenden und Just-in-time Informatio­nen (siehe Kap. 2.3 bis Kap. 2.5).

Abbildung 1 zeigt die schematische Darstellung eines Lehrplanentwurfs nach dem 4C/ID-Modell. Die Hauptsäulen bilden dabei die vier Komponenten Lernaufga­ben (A), Unterstützende Information (B), Just-in-time Information (C) und das Üben von Teilaufgaben (D). Die Aufgabenklassen sind als gestrichelte Container um Reihen von Lernaufgaben dargestellt.

Lernumgebungen für komplexes Lernen können generell mit diesen vier in Abbil­dung 1 dargestellten Komponenten beschrieben werden, da sie direkt an die vier Prozesskategorien des komplexen Lernens gekoppelt sind (van Merriënboer, Clark & de Crook, 2002).

Abbildung 1: Die vier Komponenten des 4C/ID-Modells. Quelle: van Merriënboer et al. (2002); stark modifiziert.

© 2012 Monika Köthnig | XHTML 1.0 Strict