Bildungswissenschaftler/in im Bereich der Eltern-/Familienbildung

Entwicklung eines Lehrplanentwurfs nach dem 4C/ID-Modell

Einleitung

Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht das Vier-Komponenten-ID-Modell zum Er­lernen komplexer kognitiver Fähigkeiten von Jeroen van Merriënboer. 1997 stellte er dieses Modell erstmals in seinem Buch Training Complex Cognitive Skills vor, das viel Beachtung fand. Der Veröffentlichung ging eine mehr als 10jährige empi­rische Forschungsphase an der niederländischen Universität Twente voraus (van Merriënboer, 1997). In den folgenden Jahren wurde das Modell kontinu­ierlich weiterentwickelt und fand anhaltende Beachtung auf der akademischen Ebene. Die Bezeichnung 4C/ID-Modell hatte sich inzwischen etabliert. Es zeigte sich jedoch, dass Anwendern für die Umsetzung des Vier-Komponenten-Design-Prozesses auf konkrete Lehrplanentwürfe eine praktische Anleitung fehlte (van Merriënboer & Kirschner, 2009). Diese Lücke schließt das 2007 erschienene Buch Ten Steps to Complex Learning, das den systematischen Zugang zum "Four-Component Instructional Design" für die Praxis zum Inhalt hat.

Dass van Merriënboers 4C/ID-Modell nach wie vor hohe Aktualität besitzt, kon­krete Anwendung findet und inzwischen besonders in den Niederlanden für Lehr­planentwürfe für komplexes Lernen in Studium und Berufsausbildung benutzt wird, zeigt eine aktuelle Veröffentlichung von Hoogveld, Janssen-Noordman und van Merriënboer (2011) mit zwölf Praxis-Beispielen aus dem sekundären und ter­tiären Ausbildungsbereich.

Die Bedeutung des komplexen Lernens nimmt ständig zu und damit auch der Be­darf an einem ID-Modell für den Entwurf von Lehrplänen, anhand derer komple­xe Fähigkeiten und professionelle Problemlösungskompetenzen trainiert werden können. In dieser Arbeit wird das 4C/ID-Modell anhand eines Lehrplanentwurfs zur Schulung eines Bildungswissenschaftlers, der im Bereich der Eltern-/Famili­enbildung tätig werden soll, erläutert. Im zweiten Kapitel werden die Kompo­nenten des 4C/ID-Modells und die notwendigen Analyse- und Designschritte vorgestellt. Kapitel 3 widmet sich der lerntheoretischen und mediendidaktischen Einbettung des 4C/ID-Modells und ergänzt den konkreten Beispiel-Lehrplanent­wurf mit Vorschlägen zu passenden Lernszenarien und Medien, bevor die Arbeit in Kapitel 4 mit einer zusammenfassenden Reflexion endet. Es wird auf eine gen­dergerechte Formulierung geachtet; vereinzelt wird jedoch zur besseren Lesbar­keit davon abgewichen. Aber auch dann sind immer beide Geschlechter gemeint.

© 2012 Monika Köthnig | XHTML 1.0 Strict